Nachhaltigkeit im Mittelstand strategisch denken

Interview mit Thomas Bischof (Vorstandsvorsitzender, Gothaer Allgemeine Versicherung AG) und Dietmar Schmidt (CEO mexxon Gruppe)

Nachhaltigkeit wird für mittelständische Unternehmen zur zentralen Zukunftsfrage.  Thomas Bischof spricht über den Stand der Nachhaltigkeitstransformation von KMUs, Chancen und Risiken sowie die Rolle von Versicherungen als strategische Begleiter – von der Planung bis zur Umsetzung.

Dieses Autoreninterview ist Teil der Reihe zum Sammelband “Digital Society – Strategien, Innovationen und Plattformen in der Finanzbranche”, herausgegeben von Dietmar Schmidt, Marcus W. Mosen und Jürgen Moormann und veröffentlicht im Frankfurt School Forum.

Transkript:

Dietmar Schmidt:
Hallo, mein Name ist Dietmar Schmidt. Ich bin Gründer und Geschäftsführer der mexxon Gruppe und ich habe jetzt das fünfte Buch mit in der Herausgeberschaft. Dieses Buch heißt “Digital Society” und das kommt nächstes Jahr im Januar 2024 heraus. Wir haben uns dieses Mal mit den Themen beschäftigt Digitalisierung, Resilienz und Nachhaltigkeit. Zum Thema Nachhaltigkeit habe ich heute einen ganz tollen Ansprechpartner, den Thomas Bischof. Vielleicht kannst du dich kurz vorstellen.

 

Thomas Bischof: Sehr gerne. Erstmal herzlich willkommen, Dietmar und vielen Dank für die Gelegenheit, dass ich teilhaben darf an diesem tollen Projekt von dir. Ich bin als Vorstandsvorsitzender der Goathaer Allgemeinen verantwortlich für die Schaden-, Unfallversicherung hier in Gothaer Konzern. Das Thema Nachhaltigkeit, das wir beide hier als Teil deines Projekts auch diskutieren. Das ist etwas, da liegt mir nicht nur beruflich, sondern auch privat unglaublich viel daran, das zu entwickeln. Deswegen fand ich es total toll, dass man in dieses Projekt das so gut integrieren konnte

 

Dietmar Schmidt: Wir haben in dem Buch auch den Bundesbank-Vorstand dabei für Digitalen Euro und verschiedene Themen eben drin. Was war das besondere Interesse für dich?

 

Thomas Bischof: Dieses Thema Digitalisierung und die Veränderungen, die auf der einen Seite ausgelöst werden, aber auch die Chancen, die sich dadurch ergeben, wirklich sehr, sehr breit in einem wirtschaftlichen, aber vor allem auch im gesellschaftlichen Kontext zu diskutieren und die Schnittmenge auch auszuloten. Das fand ich sehr ambitioniert, aber auch genau deswegen sehr, sehr ansprechend. Du hast es gesagt, was mich auch begeistert hat ist, dass nicht nur ich das toll fand, weil das ist ja dann immer nur die N=1-Analyse, sondern du hast ja auch gesagt und es geschafft, mit diesem Projekt sehr viele andere Persönlichkeiten zu begeistern. Deswegen bin ich auch froh Teil in dieser Gruppe sein zu dürfen.

 

Dietmar Schmidt: Vielen Dank, Thomas, vielen Dank. Kannst du vielleicht für uns kurz zusammenfassen, was dein Beitrag ist, was deine deine Themen sind und wie du es ausgestaltet hast?

 

Thomas Bischof: Wir haben ja eine Menschheitsherausforderung. Das ist nämlich, soweit es geht, den Klimawandel und alles, was durch ihn ausgelöst wird, zu dämpfen. Das heißt, das Fortschreiten dieser Entwicklung soweit es geht durch eine Eindämmung von CO2 in der Atmosphäre tatsächlich zu reduzieren und mit den Folgen zu leben. Das ist natürlich ein Thema, das in aller Munde ist. Es ist das Trendthema schlechthin. Aber inwiefern das was mit Digitalisierung zu tun hat und was genau der Impact einerseits auf die Kunden, die mittelständischen Kunden eines Versicherungsunternehmens sind und was aber auch Versicherungen beitragen können, um mit den Kunden gemeinsam hier die Energiewende zum Beispiel zu gestalten. Das ist das, was ich spannend fand und vor allem toll fand, dass das auch Platz gefunden hat in deinem Buch.

 

Dietmar Schmidt: Ja, spitze. Das wollen wir natürlich genau von dir wissen, was sind denn die größten Herausforderungen der KMUs in Bezug auf Nachhaltigkeit und was macht euch da besonders nur als Versicherungsunternehmen sozusagen die Police weiterzugeben, sondern viel mehr macht ihr da an der Stelle. Was ist es, was im Beitrag auch bei dir rauskommt?

 

Thomas Bischof: Wenn man die Perspektive der kleinen und mittelständischen Unternehmen anschaut, dann wissen wir aus unserer jährlich durchgeführten Befragung, dass – zusammen mit Cyber – Nachhaltigkeit eines der absolut wichtigsten Themen für Unternehmer mittlerweile geworden ist. Wenn wir dahinter gucken, dann sehen wir, dass es vor allem eine große Unsicherheit ist. Auf der einen Seite gibt es einen regulatorischen Druck, auf der anderen Seite kommen natürlich Anspruchs- und Erwartungshaltungen von Kunden und der Gesellschaft auf Unternehmer zu. Die prallen dann auf ein Unternehmen, das häufig wirklich exzellent aufgestellt ist in dem Geschäftsbereich, in dem es unterwegs ist.

Aber eben die Frage, was heißt Nachhaltigkeit für mein Unternehmen, inwiefern muss ich das integrieren in meine Strategie und wo habe ich gegebenenfalls sogar Chancen daraus? Das ist häufig bei kleinen und mittelständischen Unternehmen schlicht und ergreifen aufgrund des Fokus des Unternehmens und der Ressourcen anders als bei Großunternehmen noch nicht ausgearbeitet. Das heißt Unternehmer wissen, es ist wichtig, aber so richtig wissen sie nicht, wo man anpacken soll. Das ist was, was wir als Versicherungsunternehmen helfen können zu unterstützen.

 

Es beginnt damit, dass wir Unternehmen so wie wir ihnen beim Thema Risiko an sich natürlich auch bei diesem spezifischen Risiko helfen können, die eigene Situation zu erkennen und auch zu analysieren und dass wir dann auch Ansprechpartner sein können, vertrauenswürdiger Ansprechpartner für die entsprechenden Maßnahmen zur Umsetzung von Strategien, die auf diese Handlungsfelder einzahlen.

 

Dietmar Schmidt: Wir wollen jetzt auch nicht zu viel erzählen, weil die sollen ja den Artikel von dir lesen. Vielen Dank, Thomas an dieser Stelle und seid gespannt!