Interview zwischen Dietmar Schmidt, CEO mexxon Gruppe, und Sebastian Langrehr, Vice President Sales, Hypoport InsurTech AG, und Chief Sales Officer, Smart InsurTech AG, Berlin, zu seinem Beitrag „Digitale Dimensionen in der modernen Bancassurance“ im Sammelband „Digitale Dimensionen in der Finanzbranche – Intelligence, Resilience, Simplicity“ herausgegeben von Dietmar Schmidt, Marcus Mosen und Jürgen Moormann.
Transkript:
Dietmar Schmidt: Hallo Sebastian, schön, dass du da bist oder ich bei euch hier sein kann, bei der Smart InsurTech und der Hypoport in Berlin. Heute geht es um das Buch “Digitale Dimensionen” und Sebastian ist Autor und möchte heute kurz seinen Artikel vorstellen bzw. einen Einblick geben. Er kommt ja erst noch Ende des Jahres raus.
Sebastian ist CSO bei der Smart InsurTech, Co-Host von der Insurance Monday, Mitbegründer von FRIDA, da kenne ich ihn natürlich auch gut und einer der engagiertesten Köpfe in den digitalen Versicherungsmodellen, die ich in Deutschland kenne. Vielleicht kenne ich nicht alle, aber du gehörst zu den fünf, würde ich sagen, die da sehr nah dran sind und hast in diesem Thema bei uns vor allem diese drei Dimensionen auch mit beschrieben, das heißt Intelligence, Resilience und Simplicity und du wirst das ein bisschen beleuchten aus der Bancassurance. Vielleicht stellst du dich kurz mal vor.
Sebastian Langrehr: Danke, sehr gerne. Zu meinen beruflichen Stationen hast du schon was gesagt, ansonsten bin ich von Haus aus Diplomkaufmann. Ich habe also irgendwann mal BWL studiert und war tatsächlich viele Jahre als Finanzberater tätig. Insgesamt bin ich seit 20 Jahren in der Branche, das heißt, ich durfte einiges an Erfahrungen sammeln und erleben. Deshalb freue ich mich jetzt das gebündelt zusammen in deinem, in eurem Buch auch mitzubringen. Ich schreib den Artikel tatsächlich nicht alleine, sondern habe noch tatkräftige Unterstützung durch Evi Popp, vielen bekannt, Vorstand bei der Neue Leben. Insofern freue ich mich, dass wir da gebündelt eben zu Bancassurance was zum Besten geben dürfen.
Dietmar Schmidt: Super. Aber jetzt mal Hand auf Herz: Bancassurance – wie smart ist das schon in Deutschland?
Sebastian Langrehr: Ich möchte natürlich meinen Kollegen in der Bancassurance Community nicht zu nahetreten. Da ist schon sehr viel Smartes dabei und es hat sich vieles entwickelt. Da geht noch eine ganze Menge mehr. Da gehen wir auch in dem Buch drauf ein. Aus meiner Sicht sind die Dimensionen auch genau die, die es dann braucht, um das Ganze noch smarter zu machen. Sei es der Blick ins Konto oder dann eben der neue Umgang mit Daten rund um KI, was die Häuser teilweise aufgrund der Kultur und Historie jetzt natürlich flächendeckend viel, viel mehr einbringen können.
Dietmar Schmidt: Du schreibst es ja auch über KI, Datenanalyse, Point of Sale, Hyperpersonalisierung. Wie weit ist man wirklich schon in Deutschland bei den Use Cases? Was gibt’s schon?
Sebastian Langrehr: Bei den Use Cases sind wir schon recht weit. Da ist eine ganze Menge möglich. Ist das Flächendecken im Einsatz? Da würde ich sagen, nein. Wir sehen jetzt erste Modelle rund um Telemetrie, rund um Kfz, rund um Userdaten, auch im Kontext mit Bancassurance, erste Produkte dort im Einsatz. Aber da geht noch eine ganze Menge mehr. Eben, wenn ich verschiedene Data Pools miteinander verknüpfe, darauf werden wir auch mit eingehen und ich hoffe, dass sich davon vieles umsetzen lässt.
Dietmar Schmidt: Du positionierst ja insbesondere das Thema Open Insurance als Öffner, als Enabler für datengriebe Geschäftsmodelle. Jetzt ist es aber so, dass natürlich die Welt da draußen, einige Versicherer wollen nicht unbedingt die Daten teilen. Die Regulatorik macht das ganze Leben auch nicht einfacher. Was glaubst du, wie sich das weiterentwickelt?
Sebastian Langrehr: Ich glaube, dass es einen guten weiteren Weg nehmen wird. Das Ganze ist auch eingebunden in das große Thema Open Data. Da schaut schon auch die EU darauf, dass sie in ihrem Raum sozusagen Wirtschaftsvorteile schafft. Wir haben mit einer DSGVO, mit einer GDPR auch EU-weite Regulatorik, die uns dann geschützten Raum geben wird. Insofern bin ich guter Dinge, dass das weitergeht, dass das Verbrauchervertrauen steigt und sich dann eben auch auswirkt auf Banking und Insurance. Warum sollte das nicht der Fall sein?
Dietmar Schmidt: Und mit der FRIDA-Initiative hilfst du ja auch dabei sozusagen Vertrauen zu schaffen.
Sebastian Langrehr: Richtig, genau. Da betreiben wir Lobbyarbeit, aber arbeiten auch konkret an Use Cases. Da ist schon einiges Gutes entstanden, was tatsächlich auch heute schon von Häusern im Einsatz ist.
Dietmar Schmidt: Zum Abschluss vielleicht noch ein Ausblick für diese drei Dimensionen, die wir aufgezählt haben: Intelligence, Resilience und Simplicity. Was glaubst du, wie geht das weiter? Wann wird es das in der Fülle zum Wohl des Kunden geben?
Sebastian Langrehr: Genau. Was wir da brauchen, ist tatsächlich einfach gerade Geduld und Zeit. Ich habe natürlich auch keine Glaskugel. Wenn wir aber mal zurückschauen, wie rasant jetzt gerade KI nicht nur in aller Munde ist, sondern auch in unserem täglichen Gebrauch,und zwar in der Breite, nicht nur von Spezialisten in komplexen Fragestellungen und Fachbereichen, dann bin ich guter Dinge, dass das schnell sein wird. Aber wir müssen natürlich auch aufpassen, dass wir alle mitnehmen und das nicht nur sozusagen in einer Fachlichkeit irgendwie bleibt und wir plötzlich wie Avatare uns nur noch künstlich miteinander beschäftigen. Ich bin guter Dinge, dass hier viele Effizienzgewinne und auch viele Verbrauchervorteile entstehen werden.
Dietmar Schmidt: Lieber Sebastian, vielen Dank für deine Einblicke. Freut euch auf einen tollen Artikel in dem Buch, was bald kommen wird, Ende des Jahres.
Sebastian Langrehr: Danke, Dietmar.